Die Blithe Spirit

[von Thomas Schindler, Waldkirch]

 

Die Blithe Spirit wurde 1984 von Ian Howlett für den Möbeltischler Paul Litton aus dem südenglischen Dorsset entworfen. Dieser wollte mit den Schiffen Spirit und Blithe Spirit eine zeitgemäße Form des Renndreissigers bauen.

g149_blithe_spirit_beim_europacup_bregenz_2006_2.jpg

In Leistenbauweise nach WEST System entstanden zuerst Spirit, die an den Amerikanischen Farmer Skip Sheldon verkauft wurde und danach Blithe Spirit, die Paul lange Zeit selbst segelte. Das bevorzugte Revier war der Solent und die Isle of Withe. 1990 segelte er auf eigenem Kiel nach Schweden zu den Europa-meisterschaften. Über die Klassenvereinigung erfuhr ich von den Absichten Pauls, das Schiff zu verkaufen.

Obwohl ich noch einen 30er die 105 hatte war ich sofort begeistert und entschloss mich zum Kauf. Ich flog nach Southhamton, wurde von den Littons sehr freundschaftlich empfangen und konnte dort die Blithe Spirit in der Halle der Schreinerei abgezogen und ohne Beschläge besichtigen.

g149_blithe_spirit_beim_europacup_bregenz_2006.jpg

Schweren Herzens verkaufte mir Paul sein Schiff und ich genoss 3 schöne Tage zusammen mit den Littons in Südengland. Wenig später fuhr ich mit meiner Frau Christiane und Sohn Constantin, die neue Eignergemeinschaft, nach England, um Blithe Spirit abzuholen.

Auf dem Weg durch Frankreich verkauften wir telefonisch unser altes Schiff. Wir waren bei der Familie eingeladen, verbrachten dort einige Tage und wurden herzlich verabschiedet, die ganze  Familie hatte Tränen in den Augen und konnten sich kaum von Ihrem Schiff trennen. Zu Hause angekommen, am 3. April 2002, begann die Aufrüstung der Beschläge und wenig später, die erste Segelsaison auf dem Bodensee. Viele herrliche Sommer und Far Nientes folgten; 2008 führten uns der Europacup und das 100jährige Bestehen der Klasse nach Schweden. Hier segelten die Spirit und die Blithe Spirit gemeinsam die Regatten in Sandhamn und Saltsjöbaden.

g149_blithe_spirit_in_sandhamn_schweden_2008.jpg

Die gewölbte Decksform erinnert an Konstruktionen von Uffa Fox, der bei einigen seiner Schiffen ein „turtle deck“ verwirklichte. Diese Decksform ergibt eine besonders steife Konstruktion und bietet unter Deck viel Raum. 2005 überarbeitete ich mit Hilfe des Bootsbaumeisters Heiner Kemmer das Deck. Das Schiebeluk wurde durch ein festes Kajütdach ersetzt, die Fallen und teilweise Schoten unter Deck geführt und der Durchstieg in die Kajüte verändert.

 

g149_blithe_spirit_zeichnung.png

Technik

Blithe Spirit, Baunummer 149
ehemals U20 jetzt GER 149

Der Rumpf besteht aus einem Materialmix aus Zeder, Leistenbauweise nach WEST-SYSTEM, Innenfunier aus Mahagoni und einer Aussenhaut aus massiven Mahagoniplanken mit 6 mm Stärke.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

C) Text & Photos: Thomas Schindler 2010